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Leider schaffe ich es nicht diesen Bericht halbwegs zeitnah abzuliefern. Aber da Titanic ohnehin restlos ausverkauft ist, stört Euch das hoffentlich nicht.
Ich befinde mich zur Zeit an der Ostsee und genieße meinen Sommerurlaub und – ja – sitze mit dem Laptop in der Sonne, um Euch meinen Eindruck vom Musical Titanic zu schildern.
Mal wieder war der Besuch eine absolute Spontanaktion, denn eigentlich ist unser Kevin-Budget für dieses Jahr ohnehin schon überstrapaziert. Aufgrund einiger mehr oder weniger glücklichen Umstände haben wir uns dann kurzfristig um entschlossen (und außerdem … wenn Kevin schon mal so weit in den Norden kommt, dann muss man das natürlich ausnutzen – eine Fahrtzeit unter 4 Stunden ist ja schon ein super Angebot). Wir ersteigerten also kurzerhand Karten bei Ebay und düsten los – genau einen Tag vor meiner Abreise an die Ostsee (Ihr seht – es war in der Tat keine Zeit mehr für einen Bericht).
Die Anfahrt auf Magdeburg war schon wunderschön, denn man sieht schon weit aus der ferne den Dom die Stadt überragen…ein wirklich wunderschönes Bild. Im nach hinein eigentlich schade, dass ich kein Foto für Euch gemacht hab. So müsst Ihr Euch mit meiner Beschreibung begnügen oder selbst mal nach Magdeburg fahren.
Da wir noch ein wenig Zeit hatten, sind wir ein wenig in der Altstadt herumgewandert. Der Dom sieht auch aus der Nähe absolut beeindruckend aus und das Hundertwasserhaus hat mich komplett in seinen Bann gezogen … in so was würde ich auch wohnen wollen!
Aber zurück zum Musical. Das ganze fand Openair statt. Das Theater Magdburg hatte daher eine riesige Tribüne auf den Domplatz gestellt, bei der man noch alle Verstrebungen und Gestänge sehen konnte. Die blauen Plastiksitze sahen auf den ersten Blick unbequemer aus, als sie dann letztendlich waren. Die Titanic war eine große, schwarze Wand mit einer riesigen Skizze des Schiffes. Einzelne Wandteile konnten aufgeschoben werden, so dass man in die Zimmer gucken konnte – oder auch auf einen Gang. Oben war eine Reling angebracht und ein Ausguck. Das ganze wirkte unglaublich beeindruckend. Um das ganze herum war ein Bauzaun angebracht, um das Gelände vom Rest des Platzes abzugrenzen und so fand man innerhalb der Absperrung sogar Bänke. Toiletten, Maske und ähnliches waren in Bauwagen untergebracht, alle Lautsprecher mit Dächern versehen und alle Scheinwerfer in Ballons untergebracht. Das Orchester saß rechts von der Bühne in einem Extra-Zelt.
Die ganze Atmosphäre war durch die frische Luft und den Wind ganz besonders und man fühlte sich fast als Teil des Stückes.
Das Stück an sich war auch sehr beeindruckend. Es gab bei weitem mehr Darsteller, als es wohl in Hamburg der Fall war (ich verlass mich hier auf Kevins Aussage, denn ich hab Titanic in Hamburg nie gesehen… mir fällt dabei immer wieder eine Aussage in einem Bericht ein, in dem gesagt wurde, dass es dumm wäre in einer Hafenstadt ein Musical über ein untergehendes Schiff zu zeigen… wo ich dem Kommentator nicht unrecht gebe). Die Lieder an sich haben mich nicht so sehr mitgerissen (was nicht an den Sängern lag, sondern an dem Komponisten). Außer „Godspeed Titanic“ ist mir keine der Melodien nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Außerdem hab ich das Lied „3 Tage“ sehr vermisst, dass glaube ich extra für die Hamburger Produktion geschrieben worden ist und hier nicht übernommen wurde. Die Darsteller waren durchweg klasse. Die irischen Tänze von den Passagieren der dritten Klasse waren wirklich toll und auch der etwas blasierte Funker war klasse. Herausragend war – wie soll es anders sein – Kevin als Konstrukteur des Schiffes. Egal ob er vorne vor dem Schiff stand oder nur als Randfigur oben an der Reling zu sehen war, er war immer voll in seiner Rolle mit einer unglaublichen Bühnenpräsenz. Besonders berührt hat mich seine Darstellung des Konstrukteur Andrews, als das Schiff unterging. Manchmal wünschte ich Kevin würde weniger gut spielen, denn die Verzweiflung darüber, dass eine kleine Änderung am Schiff einen Untergang wahrscheinlich verhindert und viele Menschenleben gerettet hätte, verfolgt mich jetzt noch in Gedanken. Ein wirklich bedrückendes Stück, zudem draußen Tafeln angebracht waren, auf denen alle Opfer aufgelistet waren. Man konnte auch sehen wie der genaue Verlauf der Katastrophe war… wann welche Funksprüche abgegeben wurden und dass die Rettungsboote total unterbesetzt waren. Alles zwar Infos, die wir schon von der Titanicausstellung kannten… aber trotzdem sehr bewegend, weil so viele unglückliche Umstände bei diesem Unglück zusammentrafen. Ein Highlight des Musicals war für mich das Abschießen der Notsignale, denn hier wurden echte Raketen in den Abendhimmel geschossen (ein großer Vorteil einer Openair Vorstellung).
Nach dem Stück hatten wir noch kurz die Chance mit Kevin ein paar Worte zu wechseln (an dieser Stelle ein großes Dankeschön, dass Du Dir immer wieder die Zeit nimmst, um in Deiner freien Zeit mit Fans zu plaudern, Autogramme zu geben und Fotos zu machen und das meist so lang, bis alle glücklich nach Hause fahren – das ist mit Sicherheit nicht selbstverständlich) und dann ging es auch schon wieder zurück nach Hamburg.
Zusammenfassend hat es sich auf jeden Fall mal wieder gelohnt durch die halbe Republik zu reisen, um Kevin singen und spielen zu sehen, aber den Soundtrack des Musicals werde ich mir sicher nicht kaufen.
Vielen Dank an Bastian für die Bereitstellung der Fotos!
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