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Musik, die unter die Haut geht
Geschrieben von Judy   
Dienstag, 15. April 2008

Es war wie jedes Jahr eine Freude, diese Gala zu erleben und dort dem Orchester sowie den Künstlern zu lauschen. Das dachten wie auch in den Vergangenen zwei Jahren wieder etliche Musicalfreunde denn erneut war der Saal im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg bis auf den letzten Platz ausverkauft.

Mit guter Laune betraten alle Künstler , angeführt von Kevin Tarte´s Worten "Here we go" Die Bühne nachdem zuerst das Orchester seinen Einstandt mit L´Amistat gegeben hatte und sorgten mit You´ll never walk alone für den gesanglichen Einstand. Apropos, nicht alleine sein, das war Anke Sieloff bei Carbaret auf der Bühne zwar schon, aber Sie hatte das Publikum voll hinter sich und Willemijin Verkaik und Kevin Tarte, die hatten ja immerhin sich bei dem aus Wicked stammenden Lied "Solang ich dich hab" was Zwei Dinge bewies.Frau Verkaik braucht kein grünes Makeup um eine hervorragende Elphaba zu sein und Herr Tarte kann durchaus etwas anderes als Tanz der Vampire oder nur Klassik zum Besten geben.

Zum Besten geben tat Gaines Hall nach diesem auch schauspielerisch überzeugenden Duett "The Impossible Dream" Mit kraftvoller Stimme und unter tosemden Applaus der Anwesenden bevor er den beiden großartigen Damen des Abends für "I know him so well" Platz machte, erneut gefolgt vom zweiten Herrn im Gespann, welcher ein sehr emotionial gesungenes "You raise me up" mit ins Programm brachte.

Diesmal mischte sich unter den Applaus auch verhaltenes Husten und Schniefen, denn richtig, die Damen unter uns haben es längst erkannt, Männer weinen nicht, weil Sie Männer sind und das erklärt dann Einiges, für die Damen der Schöpfung zumindest.Aber nun weiter im Text wenn wir denn schon bei Damen sind. "Hello Dolly" wurde äußerst charmant von Willemijn Verkaik dargeboten wobei ihr dann nicht nur das Publikum sondern auch die männlichen Kollegen zu Füßen lagen, wortwörtlich einen Kniefall machten.

Nach diesem schwungvollen Stück sollten gleich drei Stücke folgen die wieder beim ein oder anderen Besucher die Tränendrüse drückten, oder zumindest etwas melancholischer waren.
"Without you" Auf Spanisch von Tarte einwandtfrei dargeboten wie auch im Vorjahr, der Evita Titelsong "Wein nicht um mich Argentinien" von Sieloff und "The Prayer" Ein Duett von Verkaik/Tarte.

Vielleicht dachte man ja, das man dem Publikum nun etwas lustiges durchaus antun könnte, weshalb ein Medley aller Beteiligten aus Hair, mit Tanz und recht akrobatischen Einlagen der Herren auf dem Treppengeländer des Hochparketts sowie dem 70er Jahre angepassten Blumenstreuen in Hippiegewändern.

Nach diesem Stück hatten sich alle die Pause verdient.
Weiter ging es nach eben dieser mit "Viva Belcanto" von allen und "Ich gehör nur mir" dargeboten von der entzückenden Frau Verkaik. Die Herren der Schöpfung entführten das Publikum nebst zwei Barhockern zum Broadway nach "New York, New York" bevor wieder das Orchester zum Einsatz kam.

Hier wäre vielleicht der erste Kritikpunkt anzubringen, einer von zweien, aber zum Zweiten etwas später. Es ist natürlich ein tolles Orchester, kein einziger Misston war zu hören, aber vielleicht hätte man hier doch etwas anders unterteilen sollen als geschätzte zwölf Minuten am Stück zu spielen, allerdings ist das wohl eher Geschmackssache, wie alles am Abend.
Wenn wir uns davor noch in New York befanden, so waren wir anschließend mit dem Medley aus "Annie get your Gun" Tief im Westen angelangt , stilgerecht mit Cowboyoutfits und einem wunderbar zickigen "Alles was du kannst, kann ich noch viel besser" von Sieloff/Hall.

Wenn wir schon dabei sind, der gute Kevin meinte doch etwas bedauernd das er in der Vorwoche extra in München die Maximillianstraße aufgesucht hatte um dort "Fummel" zu kaufen und etwas mürrischer das er diese dann doch nicht alle auf der Bühne tragen können würde . Sagen wir mal so, er hat es dennoch gut geschafft, und Gaines Hall der dem Publikum etwas erzählen sollte während eines Kostümwechsels hat dies auch bewältigt. An dieser Stelle muss der Berichtschreiber etwas Grinsen, es sei ihm verziehen.

Den Ausklang des Abends lud noch einmal zum mitklatschen und wippen bei "Sway"(Kevin Tarte) und dem Medley aus 42nd Street(allerdings auf Englisch dargeboten) ein, sowie zwei Zugaben.

Anschließend gab es eine Autogrammstunde und hier wären wir also beim zweiten Kritikpunkt angelangt.
Es wurde vor der Veranstaltung darauf hingewiesen, das die Autogrammstunde nicht so lange wie sonst andauern würde (Und sie ging immerhin noch bis knapp 1.00 morgens, was schon mehr als nett ist wenn man bedenkt das alle Künstler , bis auf Anke Sieloff die ja bei der Matinee durch Kaatje Dierks ersetzt wurde, nicht wirklich viel Schlaf hätten und um 9 Uhr schon wieder proben mussten)
Vielleicht haben einige Leute es als Anlass gesehen, gegen die Tische zu drücken anstatt sich in einer Reihe anzustellen und auch nicht auf Kevin gehört haben , der mehrmals sagte das man dies nun doch bitte unterlassen sollte und so erneut eingeriffen werden musste.
Etwas schade, aber sonst ein wundervoller Abend.

 
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