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Der Studentenprinz
Geschrieben von Steffi   
Montag, 28. Juli 2008

Irgendwie schien diese Veranstaltung unter einem schlechten Stern zu stehen. Schon in der Woche gab es Streiks bei der Lufthansa und ab Freitag waren schon wieder neue Streiks angekündigt. Auch das Wetter war schon seit Tagen mies angesagt und wir verbrachten die Tage bis zur Abreise mit dem Gedanken, dass wir 1. nicht hinkommen, 2. nicht zurückkommen und 3. die Schlossfestspiele mit Sicherheit ins Wasser fallen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Aber es sollte dann doch ganz anders kommen, denn die Streiks sollten erst am Montag anfangen. So flogen wir also am Freitag (mit einiger Verspätung) nach Stuttgart und brachen Samstagmorgen direkt nach dem Frühstück auf nach Heidelberg.

Dort angekommen sahen wir uns zuerst etwas in der Altstadt um und auch der Neckar war sehr schön … doch dann zogen die angekündigten Wolken auf. Mit Regenjacken bewaffnet standen wir dann unter einem Baum. Es donnerte und blitze zuckten und wir wurden ziemlich nass (nein – das Foto von uns begossenen Pudeln unter dem besagten Baum stelle ich nicht online). Unsere Stadtbesichtigung war damit erstmal gestoppt und auch unsere Hoffnung auf regenfreie Schlossfestspiele sank von Minute zu Minute. Doch – wie durch ein Wunder – hörte der Regen tatsächlich gegen Abend auf und wir konnten sogar noch etwas von dem wunderschönen Schloss sehen.

Da ich das Stück vorher noch nie gesehen habe, kann ich leider keine Vergleiche anstellen zur Bühne in Hof. Aber die Gartenbühne war wirklich schön. Mit dem Schlossgarten hinter uns und einer eben so schönen Kulisse vor uns saßen wir auf einem perfekten Platz in der ersten Reihe und warteten gespannt.

Ich muss gestehen, dass ich mir nicht wirklich viel aus Operetten mache… aber ich war erstaunt wie schnell die Zeit verging. Die Lieder waren sehr mitreißend und die Darsteller spielten wirklich toll.

 

Der Studentenprinz erzählt die Geschichte von dem jungen Thronfolger Karl Franz von Karlsberg, der ein Jahr in Heidelberg verbringen soll, um dort zu studieren. Seine Eltern leben nicht mehr – nur noch sein Großvater, der König. Als er nach Heidelberg kommt verliebt er sich in Kathie,  die Nichte des Wirtes und verlebt eine unbeschwerte Zeit mit seinen Kommilitonen. Doch der König stirbt und Karl Franz muss zurück nach Karlsberg. Dort muss er sich mit seiner Cousine verloben, die ebenfalls einen andern liebt. Er ist unglücklich und fühlt sich sehr einsam besonders nachdem auch sein Erzieher Dr. Engel verstorben ist. Er erinnert sich an sein Versprechen, dass er Kathie gab und reist zurück nach Heidelberg. Er muss dann aber erkennen, dass sich die Zeit nicht zurückdrehen lässt. Seine damaligen Freunde sehen in ihm nur noch den König und auch Kathie macht ihm klar, dass ihre Beziehung von damals keine Zukunft haben kann.

 

Sehr schön ist, dass inzwischen die gesprochenen Texte in deutscher Sprache sind und nur noch die Lieder in englischer Sprache gesungen werden. So kann man auch wenn man kein Englischprofi ist, dem Stück sehr gut folgen. Das Stück ist ein wenig schnulzig, aber das gehört bei einer Operette in der Umgebung meiner Meinung nach dazu. Wer sich das Stück noch ansehen will und sich ein wenig für dies Genre interessiert, dem kann ich nur empfehlen sich noch Karten zu kaufen. Kevin spielt sowohl den jungen Thronfolger als auch den verzweifelten König absolut überzeugend und ist natürlich auch gesanglich immer wieder eine Reise wert. Wenn man eine Karte für die Schlossfestspiele hat, kann man sogar die Bergbahn umsonst benutzen und so brachen wir nach dem Stück auf, um zurück nach Stuttgart zu fahren. Vorbei an den beleuchteten Schlossruinen und mit den Melodien aus dem Stück im Ohr…

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Letzte Aktualisierung ( Montag, 11. August 2008 )
 
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