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Musical in Concert in Magdeburg
Geschrieben von Steffi   
Montag, 22. September 2008

Besser konnte es eigentlich gar nicht kommen. Wir hatten Plätze in der ersten Reihe, das Konzert war innerhalb von knapp 3 Stunden von uns aus zu erreichen und eine liebe Bekannte sollte auch noch dort sein. Da sucht man doch glatt nach einem Haken. Für die entsprechenden Fans und begeisterten Zuschauer von Tomas Tomkes Titanic Berichten war es sicher ein Haken, dass dieser nicht (wie eigentlich angekündigt) bei der Gala zu sehen und zu hören war. Ich fand es auch sehr schade ihn an diesem Abend nicht zu sehen. Als Ersatz ist Marc Seitz eingesprungen. Nun aber zur Gala selbst.
Wir saßen voller Erwartung im Zuschauerraum, die Türen wurden geschlossen, das Licht gedimmt und Nebel strömte auf die Bühne. Nachdem die Musiker ihre Plätze auf der Bühne eingenommen hatten, erschien Kevin – passend zu den ersten Tönen von „Einladung zum Ball“. Erschien schreibe ich bewusst, weil er plötzlich aus dem Boden auftauchte. Mit zurückgebundenen grauen Haaren und spitzen Zähnen bekamen wir zwar nicht „den“ Graf von Krolock zu sehen, den man mit Mantel und Schminke aus Tanz der Vampire kannte, aber diese Version stand dem Original in nichts nach. Die „unstillbare Gier“ war – wie immer – ein Highlight. Mit leuchtend blauen Augen, aus denen Funken zu sprühen schienen, verfluchte der Graf Gott und wir waren gefangen. Die leisen wie auch die lauten Töne waren perfekt getroffen und ich war sicher nicht die einzige, die an alte Zeiten erinnert wurde, in denen Kevin noch den Vampir in Stuttgart spielte. Noch weiter zurück in der Zeit reisten wir mit dem nächsten Lied, denn mit Michaela Kovarikova stand eine echte Wiener Sarah vor uns, die zusammen mit Kevin die „Totale Finsternis“ zum Besten gab. Tostender Applaus belohnte die beiden, als der Graf seine Zähne in Sarahs Hals versenkte.
Elisabeth war das nächste Musical, das uns erwartete. Der letzte Tanz wurde von Marc Seitz gesungen. Nachdem ich noch Uwe Kröger als Tod im Ohr hatte von der Medienpremiere in Berlin, hatte er es ziemlich schwer. Aber ich finde, dass er sich wirklich gut geschlagen hat. „Wenn ich tanzen will“ wurde von Marc Seitz und Tabea Scholz präsentiert. Mit Pia Douwes im Direktvergleich war ich etwas enttäuscht, weil man aus dem Lied meiner Meinung nach an Ausdruck wesentlich mehr herausholen kann. Aber das Lied ist und bleibt ein wunderschöner Klassiker.
Wieso man die Arme dann gleich das nächste Lied singen lies, statt ein anderes vorzuziehen, damit sie sich in Ruhe umziehen kann, hat sich mir so gar nicht erschlossen. So warteten wir brav bis das Elisabethkleid ausgezogen und ein anderes Outfit angezogen war und hörten „Der Sieger hat die Wahl“. Ich oute mich nun… ich bin wahrscheinlich eine der wenigen, die Mamma Mia zwar gesehen hat, aber mit einem „war nett – aber einmal langt auch“ das Theater verlassen hat. Das Lied war daher nicht mein Favorit.
Mehr nach meinem Geschmack war dann „For the first Time“ aus Tarzan. Ein Lied, das man schon von der Sat1 Casting-Show kannte. Von Michaela Koverikova und Marc Seitz wurde uns das Duett von Tarzan und Jane sehr gefühlvoll und überzeugend vorgetragen.
Die Zeit zum Träumen war damit dann allerdings erstmal vorbei. Es folgte eine Stimmungs-Kehrtwendung, denn als nächstes kamen wir zum Musical „We will rock you“. Michaela Kovarikova zeigte uns hier das erste Mal am Abend ihre Wandlungsfähigkeit und wechselte problemlos von der braven Jane zur Rockerin. Einen wesentlich erstaunlicheren Wechsel vollzog Kevin. Ich weiß wie wandlungsfähig er ist … aber DAS hatte ich nicht erwartet. Voll Elan sprang ein langhaariger Rocker im Schottenrock auf die Bühne und düste in einem Tempo von einer Ecke der Bühne auf die andere, dass man kaum wusste, wohin mal als nächstes gucken sollte. Zusammen hörten wir von den beiden „I want it all“ und ich bin sicher nicht die einzige im Publikum gewesen, die kaum auf das Lied geachtet, sondern stattdessen Kevins muskulöse Oberarme bewundert hat. Es folgte „Only the Good die young“ von Michaela Kovarikova wirklich wunderschön gesungen! „Headlong“ leitete dann leider schon die Pause ein. Aber hier hatten wir dann die Gelegenheit alle vier Darsteller, die bis dahin zu sehen waren, zusammen auf der Bühne zu erleben. Mit viel Stimmung und guter Laune ein tolles Lied, um in die Pause zu starten.

Als wir zurück in den Saal kamen, hatte sich die Bühne geringfügig verändert. Der hintere Teil war angehoben und eine Showtreppe führte nach vorne/unten. Mit „Heaven on their Minds“ von Marc Seitz begann der zweite Teil der Musicalgala. Es folgte Tamara Weimerich mit „Ich hätt’ getanzt heut’ Nacht“ aus My Fair Lady. Leider waren insgesamt nur zwei Lieder von ihr zu hören – ich hätte auch gerne noch mehr gehört. Die Eliza Doolittle mit riesigen Hut und feinem Kleid spielte sie auf jeden Fall sehr überzeugend. Tabea Scholz sang dann „Easy to be hard“ aus Hair… leider wieder ein Lied, dass mich nicht ganz begeistern konnte. Aber „Your Song“ aus Moulin Rouge – sehr stimmungsvoll gesungen von Marc Seitz – gefiel mit dafür umso besser.
Mit Jekyll und Hyde erwartete uns nun der letzte Musicalblock, der im Programmheft angekündigt war. „Jemand wie Du“ von Michaela Kovarikova und „Nur sein Blick“ zusammen mit Tamara Weimerich gesungen waren grandios. Beide harmonierten fantastisch, obwohl sie optisch und stimmlich kaum vergleichbar sind. Auf dem oberen Teil der Bühne erschien nun Mr. Hyde (Kevin) im langen, braunen Pelzmantel. „Gefährliches Spiel“ wurde von beiden fantastisch gesungen und noch grandioser dargestellt. Ich weiß nicht wie es den anderen im Publikum ging, aber ich hatte wirklich Angst, dass die arme Frau erwürgt wird. Wahrscheinlich ging es wirklich nicht nur mir so, denn kein Applaus war zu hören, als Mr. Hyde / Kevin sich zu den Musikern schleppte und Rainer Roos seinen Mantel um die Schultern legte; mit einem tiefen „Maestro…“ und gruseliger Lache… erst in dem Moment wurde Gelächter im Publikum laut und der Applaus setzte sein. Mit „This is the Moment“ rundete Kevin den Abend ab. Ebenfalls ein Klassiker, den man immer wieder gern von Kevin hört. So kurz wie die zweite Hälfte bis dahin war, waren geplante Zugaben vorprogrammiert. Nach einigen Verbeugungen und viel Applaus hörten wir „Written in the Stars“ von Marc Seitz und Michaela Kovarikova. Ein Lied, das ich gern von Kevin gehört hatte – aber man kann nicht alles haben. Die nächste Zugabe war für mich das absolute Highlight des Abends, denn Kevin sang „Engel aus Kristall“. Ein Lied, das ich selbst von ihm noch nicht live gehört hatte. Aber bereits die Schilderungen versprachen viel. Sämtliche Berichte konnten allerdings nicht erfassen wie unglaublich Kevin dieses Lied gesungen hat. Mimik, Gestik, Gesang – alles passte optimal zueinander… eine Zugabe der Extraklasse! Wir hörten dann noch „We will rock you“, wobei der Saal (voll stehender, klatschender Leute) am kochen war.
Eigentlich war wohl keine weitere Zugabe geplant. Doch nach dem nicht abreißenden Applaus wurde noch einmal „Headlong“ gesungen. Leider übertönte die Musik total die Sänger, deren Mikros erst gar nicht offen waren und danach immer noch zu leise. Leider war die Gala viel zu schnell zu Ende. In Erinnerung bleiben werden mir eine herausragende Michaela Kovarikova, ein charmanter Marc Seitz und ein – wie immer - grandioser Kevin Tarte.

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Letzte Aktualisierung ( Montag, 22. September 2008 )
 
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