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Irgendwie erinnere ich mich noch gut daran, dass ich nach Stuttgart dachte, Kevin nie wieder als Grafen auf der Bühne zu sehen. Nach Hamburg war ich mir sicher, dass er den Grafen nicht mehr spielen würde. Aber man soll niemals nie sagen, denn nun spielt Kevin doch nochmal seine Paraderolle als Graf von Krolock in Oberhausen. Gestern war Premiere und wir waren dabei. Also wieder eine lange Autofahrt (zum Glück nicht so lang wie nach Stuttgart) und wieder das Suchen „wo müssen wir eigentlich hin“. Das Metronom-Theater ist zum Glück sehr gut ausgeschildert und so fanden wir den Weg recht schnell. Das große, beleuchtete Plakat über dem Eingang des Theaters ist in jedem Fall sehr beeindruckend…. Tanz der Vampire … schon wieder. Ein wenig Unmut schlich sich schon in unsere Gedanken, denn dieses Stück haben wir nun schon so oft gesehen … aber sei’s drum – Kevins Premiere zu verpassen stand außerhalb jeder Diskussion.
Wir betraten den Saal und staunten darüber, dass es keinen Rang gibt, sondern nur einen großen Raum, der wie in einem Amphitheater bestuhlt ist. Leider gibt es keine Schloss-Atmosphäre wie in Berlin (durch den wundervollen Spiegelsaal des Theaters) oder in Stuttgart (durch die rot bemalten Säulen und die kostümierten Angestellten). Dadurch, dass es sich um eine Preview handelte, musste man auch auf Programmhefte verzichten.
Nun aber zurück zum Stück. Es gab eine kurze Begrüßung von Cornelius Baltus, der sich sehr entschuldigte so „underdressed“ vor uns zu stehen, aber er müsse uns leider verkünden, dass der Darsteller vom Alfred sich gestern verletzt hätte. Einspringen würde Kevin Köhler, der eigentlich den Rusty in Starlight Express spielt. Nach der kurzen Ansprache ging es dann schon los – „Sturz in die Dunkelheit“ – wie Kevin mal meinte. Die altbekannten Szenen von „Knoblauch“, „Eine schöne Tochter ist ein Segen“ und „Ein Mädchen, das so lachen kann“ liefen ab und beim ersten „Sei-bereit-Ton“ fing mein Herz an zu klopfen. Der Hals wurde gereckt, ob Kevin vielleicht schon zu sehen ist und mir war klar „es ist egal wie oft Du dieses Stück siehst – durch Kevin wird es immer etwas besonderes sein“. Aller Unmut war wie weggeblasen und wir schauten gespannt in Richtung Bühne, auf der nun endlich wieder unser Graf stand. Die ersten Töne von „Gott ist tot“ waren zu hören und „genial – wir waren gefangen“. Als er sich dann umdrehte hatten wir Zeit für eine kurze Musterung. Die Haare sind eindeutig mehr geworden. Jetzt hat der Graf einen ziemlichen Löwen-Mähnen-Haarkranz um sein Gesicht herum drapiert. Zuerst fand ich es etwas unschön, aber wenn man sich daran gewöhnt hat, dann ist es gar keine so schlechte Änderung. Der Kragen vom Kostüm schien mir höher als früher. Das ist eindeutig nicht ganz so schön, denn so sieht man den schlanken Grafenhals nur noch, wenn Kevin seinen Kopf ganz nach oben streckt. Es bleibt wohl abzuwarten, ob diese Änderungen sich durchsetzen. Leider war das Lied viel zu schnell vorbei und Kevin ging von der Bühne. Wir saßen ziemlich am Rand und erwarteten, dass er durch den Mittelgang gehen würde. Aber nein – er ging an der Seite vorbei …. so hatten wir noch einen schönen Blick auf das aristokratische Gesicht mit den strahlenden Augen, bevor das Stück weiter ging.
Die Einladung zum Ball war wie gewohnt toll gesungen. Kevins blaue Augen sprühten vor Elan – das war dann der endgültige Beweis „unser Graf ist zurück“. Vor dem Schloss präsentierte sich Kevin wie gewohnt als souveräner Herr des Anwesens und lud die Besucher mit hinterhältigem Grinsen zum langen Bleiben ein. Ich meine hier einige neue Blicke, Gesten und Gesichtsausdrücke entdeckt zu haben. Es bleibt nicht verborgen, dass Kevin noch ein wenig an der Rolle gefeilt hat. Mir haben die Neuerungen sehr gut gefallen. Der letzte Teil vom ersten Akt ist leider stark gekürzt worden. In der langen Form von Stuttgart und Hamburg war er viel eindrucksvoller. Kevin schloss die Türen und wir gingen in die Pause. Diese flog allerdings so schnell an uns vorbei, dass der Pausengong sehr überraschend kam. Also schnell wieder auf die Plätze zurückeilen, bevor es los geht.
Der zweite Akt startete mit „Totale Finsternis“ (klar – womit sonst). Da das Oberhausener Theater keinen Keller besitzt, kam die Wendeltreppe nicht aus dem Boden, wie in Hamburg und Stuttgart, sondern stand schon bereit, als die ersten Töne erklangen …und (eine sehr schöne Neuerung) der Graf steht bereits zu Beginn des Liedes auf der Treppe. Wenn ich mich nicht getäuscht habe, sind auch bei diesem Lied einige schauspielerische Änderungen von Kevin eingeflochten worden, die mir sehr gut gefallen. Die Zerrissenheit des Grafen zwischen der Gier und dem Abwarten wollen bis zum Ball wird noch deutlicher. Man merkt förmlich wie schwer es ihm fällt sich noch zu beherrschen und zurück zu halten. Wundervoll gespielt und gesungen … aber leider viel zu schnell vorbei!
He, ho Professor ist in Oberhausen auch ein wenig abgewandelt, denn hier stehen Alfred und Professor auf der Bühne und der Graf ein Stück höher (auf den Zinnen). Dadurch klebt der Graf nicht so unter der Decke, es ist angenehmer zu gucken und besser zu sehen. Dann kam auch schon die Gier und wir wurden von Kevin mitgenommen in die Welt des unglücklichen Grafen. Ein imposantes Lied – grandios gesungen von Kevin. Auch der Ballsaal war gewohnt beeindruckend – schauspielerisch wie stimmlich, nur dass hier ein Ton höher angelegt ist als früher… ich bin musikalisch nicht gerade bewandert – hört es Euch am besten selbst an. Sarah wurde natürlich wieder gebissen und den anderen Vampiren auf dem Arm des Grafen präsentiert. Beim Tanzen lief – wie so oft - der Grafensohn in Kevins Weg und ein leises, ungehaltenes „Herbert!“ erklang. Der Graf gab dann den Angriffsbefehl („Saugt sie aus“) und schickte Koukol den flüchtigen Opfern hinterher…. Der Rest ist Geschichte…
Viel zu schnell war dieser Abend zu Ende. Kevin erhielt vom Theater noch einen Blumenstrauß zur Premiere und schon standen wir in der Kälte vor der Stage Door, um unseren Grafen auch von uns einen Blumenstrauß zur Premiere zu überreichen. Nochmal vielen Dank an Kevin, der sich trotz Kälte (und in diesem Fall auch noch nasser Haare vom Duschen) jedes Mal die Zeit für alle Fans nimmt, um Autogramme zu schreiben, Fotos zu machen und/oder ein paar Worte zu wechseln. Du bist der Beste!
Mit diesen Worten schließe ich dann auch meinen Bericht. Ich hoffe Ihr habt einen kleinen Eindruck von der Premiere gewonnen. Wenn Euch das nicht gelangt hat, ist es auch nicht schlimm, denn Kevin ist noch 10 Monate in Oberhausen als alternierender Graf zu sehen. Die Termine findet Ihr unter News -> Terminübersicht.

...bei der Premiere am 07.11.2008:
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