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Schon zu der Zeit als TdV noch in Hamburg lief hab ich mir geschworen „sobald Kevin bei einer Gala in Norddeutschland singt, fahr ich hin!“. Schöner Plan – aber was tun, wenn die ganzen Konzerte im süddeutschen – maximal mitteldeutschen - Raum stattfinden?! Naja – dann nimmt der verzweifelte Fan eben den nördlichsten Ort … was in diesem Fall Elz ist. Hier nun also ein kleiner Bericht:
Schon bei der Buchung der Karten ertönt ein entgeistertes „aus Hamburg?!“ aus dem Hörer. Ja, bestätige ich, aus Hamburg und werde von der netten Dame mit Begeisterung überschüttet, dass ich einen so weiten Weg auf mich nehmen möchte. Dass ich wirklich so weit fahren MÖCHTE ist wirklich übertrieben – aber wenn der Prophet nicht zum Berg kommt…
Für die wenigen unter Euch, die von Elz noch nie etwas gehört haben… es liegt in der Nähe von Koblenz – also nur 5 ½ Autostunden südlich von Hamburg… – früher sind wir auch den ganzen Weg nach Stuttgart gefahren … also was soll’s, resigniert mein leidgeprüfter Verlobter, und wir fahren am 1. Oktober hin.
Einlass ist schon um 18:30 – obwohl die Veranstaltung erst um 20 Uhr beginnt. Aber frühes Erscheinen lohnt, denn im Vorraum gibt es schon Live-Musik, die sich wirklich nicht verstecken muss. Wir sind also schon sehr begeistert und gehen erst kurz vor Beginn in den Saal, um die Musik noch zu genießen. Auf unseren Plätzen liegen schon die Programmhefte und wir freuen uns auf einen bunten Abend mit einer Reise quer durch die Musicalwelt.
Der Abend startet mit 2 Stücken aus „Die Schöne und das Biest“. Zuerst „Sei hier Gast“ von Matthias Zorn gesungen und sehr lustig umgedichtet, denn mitten im Text tauchen plötzlich Ankündigungen für die folgenden Stücke und Künstler auf, und dann „Wie kann ich sie lieben“ von Kevin Tarte. Im nächsten Block erwartet uns Robin Hood. Jesper Tydén und Pinocchio 90 singen „Der Sturm ist nah“. Ich hab das Stück zwar noch nie gesehen – aber die Darstellung ist so mitreißend, dass dieses Musical gleich auf unserem to-do-Plan landet.
„Phantom der Oper“ wird dann von Kevin und Elisabeth Hartinger gesungen (eine 14jährige Sängerin aus Elz) – ein wunderschönes Duett und für das Alter der Sängerin eine wirklich umwerfende Leistung.
Es folgen noch Aida („Sind die Sterne gegen uns“) von Anja Kahl und Jesper Tydén gesungen und „Why God“ aus Miss Saigon – ebenfalls von Jesper.
Vor der Pause kommt dann noch ein absolutes Highlight. Kevin stoppt die einsetzende Musik und gibt uns einen kleinen Eindruck davon, was das folgende Lied für ihn bedeutet. Er erzählt uns von einer kleinen Insel, die im Besitz seiner Familie ist – sein Auenland – und von einer kleinen weißen Kapelle, die seiner Großmutter gehört und in der er dieses Lied schon einmal gesungen hat. Es folgt ein nicht weniger ergreifendes „You raise me up“, dass mich, genau wie seine Rede, tief bewegt.
In der Pause gibt es wieder Life-Musik im Vorraum und nach 20 Minuten geht es dann auch schon wieder weiter.
Die Sänger und Darsteller von Pinocchio 90 beginnen mit dem ersten Showblock mit „Sie leben hier“, „Endlose Nacht“ und „Schattenland“ aus König der Löwen. Die Stimmen und Kostüme lassen einen vergessen, dass es sich hierbei um eine „Laien“-Gruppe handelt. Dies gilt im Übrigen für alle Beiträge, die Pinocchio 90 an diesem Abend zum Besten gibt.
Kevin Tarte und Andreas Bongard folgen mit „New York, New York“. Im nächsten Showblock hören wir dann drei Lieder aus Elisabeth „Milch“, „Ich gehör nur mir“, „Die Schatten werden länger“ und „Wenn ich tanzen will“… ein wunderschönes Musical – auch hier die Stimmen und Kostüme wirklich traumhaft.
Als krönender Abschluss vor dem Finale kommen dann die lang ersehnten Lieder aus Tanz der Vampire. „Die unstillbare Gier“ von Kevin und „Totale Finsternis“ zusammen mit Nicole Jost. Es mag daran liegen, dass die Erinnerungen aus Hamburg und Stuttgart bei mir schon verblasst sind … aber beide Lieder klingen noch viel schöner, als ich sie in Erinnerung habe. Zum Finale gibt es dann noch ein Abba-Medley von Nicole Kost und Andreas Bongard…kaum zu glauben, aber es ist schon nach Mitternacht… die Zeit verging wie im Fluge. Nach der Show bedanken wir uns bei Kevin noch für den gelungenen Abend und sind dann auch schon wieder im Auto, um den langen Heimweg anzutreten. Die Fahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt!
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