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Reithallengala in Herbrechtingen
Geschrieben von Steffi   
Sonntag, 5. August 2007

Wo fang ich am Besten an zu erzählen? Vielleicht mit dem Zeitpunkt, zu dem ich von der Gala erfahren hab. Reithallengala? Was sollte das denn sein… und was sollte ich mir darunter vorstellen? Auf jeden Fall ein kompletter Abend mit Kevin. Also auf jeden Fall ein Anlass, um meinen leidgeprüften Verlobten durch ganz Deutschland zu jagen; bei einem kompletten Abend lohnt es sich schließlich von Hamburg nach Herbrechtingen zu fahren.

Als wir an der Reithalle ankamen, hatten wir strahlendblauen Himmel. Ein wunderschönes Wetter für so eine Veranstaltung und eine wirklich tolle Umgebung. Nachdem wir die Pferde bewundert haben, genossen wir noch ein paar Sonnenstrahlen bevor es losging. Auch Kevin ließ es sich nicht nehmen mit Sonnenbrille „bewaffnet“ vor der Halle das schöne Wetter zu loben und die ersten Gäste zu begrüßen. Von der Halle war ich total begeistert. Leichter Pferdegeruch hing in der Luft, alles war noch mit schwerem Sand ausgestreut und die Sonne schien noch leicht durch die oberen Fenster der Halle. Die Halle an sich war leer geräumt und mit langen Bänken und Tischen versehen. Zuerst waren wir ein wenig enttäuscht, dass wir am hinteren Ende der zweiten Reihe saßen (vielleicht hätte ich doch lieber die Karten in der ersten Reihe am Rand nehmen sollen?), aber die Enttäuschung legte sich schnell, als sich der Tisch füllte und wir ins Gespräch mit ein paar entzückend schwäbelnden Paaren kamen (wie die wiederum unseren Hamburger Dialekt fanden, weiß ich nicht). Wir fühlten uns auf jeden Fall mehr als willkommen und bekamen gleich ein paar Infos über den Reitverein und den Ort.

Pünktlich startete dann die Lumberjack Bigband, von der wir sofort begeistert waren. Allen Musikern merkte man den Spaß an der Musik förmlich an und der Bandleader schuf mit kleinen Scherzen eine gemütliche Atmosphäre und nach den ersten Stücken ( „Mexicali Nose“ und „Bare Necessities“ bzw. „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“) waren alle schon innerlich am mitwippen. Dann wurde Kevin angekündigt mit „Feeling Good“. Die Musik fing an, der Spot wanderte zum Vorgang, Kevin setze ein und man sah nichts… nach einer Strophe gespannten Starrens auf den Vorhang mit dem leuchteten Spot, wurden die gespannten Fans erlöst und Kevin trat in weißem Anzug auf die Bühne. Das Lied war wirklich wunderschön – eine tolle Kombination aus Bigband-Sound und Kevins Stimme! Es ging dann gleich weiter mit „Ain’t that a kick in the head“. Selbst wenn einige den englischen Text nicht verstanden haben sollten, hat Kevins Mimik fantastisch dazu beigetragen nicht verstandene Textstellen zu erraten. Als nächstes kam „Der letzte Tanz“ aus Elisabeth. Ich muss gestehen, dass ich mir Kevin als Tod bis jetzt nicht vorstellen konnte. Die Musik setzte ein, ein bläulicher Scheinwerfer fiel auf Kevin und er war der Tod. Nicht das erste mal war ich verblüfft von der Wandlungsfähigkeit und dem schauspielerischen Talent. Eben saß da noch ein smarter Amerikaner, der mit lockerem Wiener Dialekt das Lied ankündigte (den verzückten Aufschrei „Franzl!“ von Kevin, werde ich so schnell sicher nicht vergessen), und plötzlich sah ich den Tod auf der Bühne stehen, der finster und mächtig ins Publikum blickte. Die letzten Töne verklangen und ein breit grinsender Kevin stand vor uns… der Tod war wieder verschwunden. Mit „This is the Moment“ konnte man Kevin ja schon auf vielen Galas sehen und hören. Auch mit Bigband war das Lied wieder wunderschön anzuhören und zu sehen. Allerdings anscheinend so schön, dass der halbe Saal Kevin hinterher guckte, als er sich danach ein Bier holen wollte und nicht mehr auf die Bühne, wobei der scherzende Bandleader (Alexander Eissele) mit seinen Sprüchen nicht wirklich zu einer Besserung beigetragen hat. Dann aber war Kevin an einem der Tische verschwunden und wir hörten noch ein Instrumentalstück – „Basie straight ahead“. Nach dem Stück kam Kevin noch mal zurück auf die Bühne für „For once in my Life“ und läutete damit auch schon die Pause ein. Auch in der Pause sah man Kevin mit Sektglas zwischen den Gästen und viele warfen noch mal einen Blick auf die letzten Sonnenstrahlen vor der Halle. Als es dann weiter ging, war es schon etwas dunkler. An allen Tischen wurden die Teelichter angezündet, die Beleuchtung der Bühne wirkte noch stärker und allgemein wurde alles noch gemütlicher. Der Block nach der Pause startete mit „Save the last Dance“, welches wir von Kevin schon aus Ludwigsburg kannten. Ich muss gestehen, dass es mir mit Bigband um einiges besser gefiel, als mit dem Blasorchester (sorry an das wirklich tolle KJO an dieser Stelle). Es ging weiter mit „That’s Life“ – dem Motto des Abends. Kevin erzählte vor dem Lied noch, dass er – außer den schwarzen Shirts der Mitarbeiter mit dem gelben Aufdruck „That’s Life“ - auf seinem Zimmer sogar ein Handtuch, mit dem Motto des Abends bestickt, entdeckt hätte. Ich kannte das Lied bis jetzt nur von einer DVD und war von der Live-Version noch begeisterter. Es folgten zwei Instrumentalstücke („Li’l Darlin’“ und „Big swing Face“). Vor dem ersten Lied bekamen wir vom Bandleader allerdings den Hinweis, wir sollten uns doch „zurücklehnen und genießen“ (Ihr erinnert Euch daran, dass ich Bänke – ohne Lehne – erwähnte?). Nach leisem Lachen im Publikum kam dann die Korrektur, dass wir und dann in Gedanken zurücklehnen sollten. Anschließend hörten wir „Hello“. Beim ersten „Hello“ winkte die halbe Band und ich muss Kevin hoch anrechnen, dass er trotz lachendem Publikum und schmunzeln auf dem Lippen, unbeirrt weiter sang. Das Lied war auf jeden Fall wunderschön umgesetzt und lud zum Träumen ein. „Eye of the Tiger“ war dann eine Version des Liedes, die ziemlich von der normal bekannten abwich. Ob ich das Lied so gut oder schlecht fand, kann ich spontan nicht einmal sagen – auf jeden Fall anders. Kevins grollendes *rrrr* am Ende des Liedes, seine gefletschten Zähne und die funkelnden Augen, ließen mich allerdings in dem Glauben zurück diesem Tiger nicht zu nah zu kommen. Wo kam denn jetzt plötzlich ein Tiger her und wo war Kevin hin? Die letzten Töne verklangen und da war er wieder – lachend und zu Scherzen aufgelegt… unglaublich. „Let me try again“ war dann leider schon das letzte offizielle Lied des Abends. Nach zwei Zugaben („My way“ und „This ist the Moment“) war dann leider endgültig Schluss. Aber auch ein so wundervoller Abend muss irgendwann ein Ende haben.

Kevin gab noch einige Autogramme und wir machten uns auf den Weg zurück ins Hotel. Der Abend war auf jeden Fall ein wunderschönes und besonderes Erlebnis – wenn nicht sogar das schönste Konzert, dass ich mit Kevin erleben durfte. Die Stimmung war gemütlich, die Band fantastisch und zu Kevin muss ich wohl nicht noch mehr schreiben. Wenn es noch einmal so einen Abend geben sollte, möchte ich ihn nicht verpassen!

Fotos von der Gala (Copyright: Marion Schneider):

©  Marion Schneider

©  Marion Schneider

©  Marion Schneider

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 8. August 2007 )
 
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